An epic drama of adventure and exploration

ein gedämpfter Sprung

27. Juni 2017

Manches Ding entpuppt sich komplizierter, als es im ersten Moment erscheint.
Techniker glaubten nicht an eine sanfte Landung der Mondfähre. Deshalb enthielt das Landegestell spezielle Stoßdämpfer.. Das Prinzip des Stoßdämpfers ist in der Technik schon lange bekannt. Sie sind im Prinzip eine geschlossene Röhre, aus dem am einen Ende eine Rammstange schaut. Die Stange hat die Aufgabe das Material in der Röhre zu stauchen. Öl oder Gas bremst diese Rammstange. Das Design der Fähre machte den Weg über Stoßdämpfer unumgänglich. Wenn die Fühler unter den Landtellern Bodenkontakt melden, schaltet sich das Triebwerk aus Sicherheitsgründen aus. Die Fähre fällt danach ungebremst den letzten Weg zu Boden.
In die Entwicklung flossen mehrere Gedanken ein. In ersten Designs gingen die Zeichner von sitzenden Astronauten aus. Stehende Menschen federn aber sehr stark mit den Knien einen Landeschock ab. Die Ingenieure entschieden sich für einfachere Dämpfer und liessen die Sitze weg.
Gas und Öl-Dämpfer bergen die Gefahren eines Lecks oder eines anderen unvorhersehbaren Verhaltens im Raum. Bei einer Leckage ist nicht nur die Landung gefährdet. Herausdrückendes Gas oder Öl wirk im Raum wie ein Triebwerk. Das massereiche Öl vermutzt das restliche Equipment, Fenster und Triebwerke oder zerstört die Anlagen. Eine weitere Überlegung ist, das das Landegestell und auch die Stoßdämpfer auf der Mondoberfläche zurück bleiben. Einen Dämpfer zum einmalige Gebrauch ist einfacher herzustellen, als einen für häufigen Gebrauch. Eine erste Idee war ein elastischer Kunststoff einzusetzen, der den Stoß aufnimmt. Die Energieaufnahme eines solchen Stoffes ist begrenzt. Erreicht war die Grenze mit der Begrenzung der Landebeine auf vier Stück.
Grumman, der Hersteller der Fähre, hatte bisher ein Gestell mit fünf Beinen bevorzugt. Der Schwerpunkt der Fähre wanderte im Design nach oben. Die Landeteller wanderten auseinander um ein Kippen zu vermeiden. An diesem Punkt entschied sich Grumman für einklappbare Beine und verwarf das feste Landegestell.
Eine revolutionäre Lösung lieferte die Firma Bendix Products Aerospace Division, eine Honigwabenstruktur aus Aluminium. Das Material ist leicht, nicht elastisch und schluckt Stoßenergie durch Verformung auf. Das Herz des Dämpfers war gefunden.
Die gewählte Größe der Dämpfer läßt sie bis zur Zerstörung zwei Stöße abfangen. Die Annahme dabei, die maximale Landegeschwindigkeit beträgt 3 Meter pro Sekunde. Keine Landung hat jemals diese Grenze erreicht. Die Nebenwirkung: Das Gestell sinkt nicht wie gedacht in sich zusammen. Das ist der Grund warum Neil Armstrong prüfen musste, ob die Leiter auch vom Grund besteigbar ist. Ein Sprung aus hoher Höhe für die Menschheit.

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